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Seit Monaten ist immer wieder von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu lesen und davon, dass der Ausbruch in Deutschland verhindern werden soll. Dazu passend informiert das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz nun über Maßnahmen, die jeder Einzelne dafür ergreifen kann.

Wo kommt das Virus her?

Die Erkrankung von Haus-, Wild- und Warzenschweinen gab es schon mehrere Jahrzehnte in Afrika. Im Jahr 2007 änderte sich die Lage jedoch. Vermutlich auf einem Transportschiff wurde das Virus der Afrikanischen Schweinepest nach Georgien gebracht. Es wird angenommen, dass Lebensmittel, die mit dem Erreger der Afrikanischen Schweinepest verseucht waren, von Wildschweinen am Hafen gefressen wurden.

Von Georgien breitete sich die Tierseuche weiter aus. Bis jetzt sind unter anderem die Ukraine, Weißrussland, die Russische Föderation, Litauen, Polen und Tschechien betroffen.

Eine Seuche, die nur von Tieren übertragen wird, breitet sich langsam aus. Bei der Afrikanischen Schweinepest verläuft die Ausbreitung anders. Die Krankheit taucht plötzlich und überraschend 300 oder 500 km entfernt vom letzten Ausbruch auf. Das schließt eine Übertragung nur durch Wildschweine aus. Hier ist der Mensch mitverantwortlich für die Ausbreitung der Krankheit.

Der Mensch ist mitverantwortlich für die Übertragung

Wenn die ASP ausbräche, würde dies schwere Folgen nach sich ziehen: eine starke Einschränkung des Handels, Transports, der Schweinefleischproduktion und damit verbunden auch hohe Kosten und Verluste für die Landwirte, die fleischverarbeitenden Betriebe und nicht zuletzt für die Transportfirmen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hat die Verbreitung der Krankheit untersucht und einige Faktoren, die ein Risiko darstellen, ermittelt.

Risikobehaftet sind zum Beispiel Fleisch-und Wurstwaren, die von Reisenden und Fernfahrern aus ASP-betroffenen Ländern mitgenommen werden. Leider überlebt das Virus der Afrikanischen Schweinepest sehr lange in Blut, Gewebe und Sekreten, also auch Fleisch und Wurst. In gefrorenem Fleisch überlebt das Virus bis zu 1000 Tage, in luftgetrocknetem Schinken können es schon mal 140 Tage sein.

Das Virus kann bis zu 1000 Tage in gefrorenem Fleisch überleben

Sich nach 32 Monaten daran zu erinnern, ob zum Zeitpunkt der Schlachtung und Verarbeitung eines Schweines die ASP ausgebrochen ist, ist etwas viel verlangt. Deshalb ist der Ratschlag: Im Zweifel die Wurst doch lieber nicht in den Koffer zu packen! Das Virus kann übrigens auch auf Jagdtrophäen, Jagdausrüstung, verseuchter Kleidung oder sogar auf dem Fahrzeug oder in Hundefutter überleben. Es gibt also viele Möglichkeiten die Tierseuche nach Deutschland zu bringen.

Wie aber kommt das Wurstbrot zum Wildschwein? Die einfache Antwort ist: Müll. Wildschweine suchen inzwischen auf Rastplätzen, Autohöfen und sogar in Vorstädten gezielt nach Futter. Auch offene Mülleimer sind vor den bis zu 190 kg schweren Tieren nicht sicher.

Wenn die Reste vom Reiseproviant in einen offenen Mülleimer geworfen werden, findet sie das Wildschwein früher oder später und frisst sie. Das Tier erkrankt und steckt andere Wildschweine an. So ähnlich ist es vermutlich auch bei dem Ausbruch in Zlin (Tschechische Republik) geschehen. Hier ist anscheinend der verseuchte Schinken eines ukrainischen Wäscherei-Mitarbeiters im Umfeld eines Krankenhauses von einem Wildschwein gefressen worden. Das Wildschwein steckte die anderen Schweine an und schon ist die Afrikanische Schweinepest nur noch circa 300 km von Deutschland entfernt.

Die Wurst nicht einfach so wegwerfen!

Der Hinweis der Experten sagt an dieser Stelle: Wenn man nicht sicher ist, woher die Wurst oder der Schinken stammt, wirft man sie nicht in einen offenen Mülleimer, sondern nimmt sie notfalls mit nach Hause oder zur nächsten Unterkunft und entsorgt sie in einem verschließbaren Mülleimer!

Jagdausrüstung, Kleidung und alles, was mit dem Blut oder Gewebe von Wildschweinen in Kontakt gekommen ist, ist gründlich zu reinigen und gegebenenfalls auch zu desinfizieren.

Viele Faktoren beeinflussen die Ausbreitung der ASP

Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest wird von vielen Faktoren beeinflusst. Die Verschleppung der Seuche durch den Menschen ist entscheidend, aber auch die Anzahl der Wildschweine ist relevant. Wenn es in einem Gebiet wenig Wildschweine gibt, dann kann die Seuche nicht so leicht Ÿbertragen werden. Dennoch macht eine gezielte Tštung in einem Gebiet als einzelne Ma§nahme keinen Sinn. Es gibt kein Vakuum. Tiere wandern von au§en ein oder vermehren sich stŠrker. Auch kann die Seuche durch die Unruhe in der Wildschweinrotte, die durch die Jagd entsteht, in andere Wildschweinrotten gestreut werden.

ZusŠtzlich zu den Menschen und den Wildschweinen spielen auch die Schweinehaltungen eine gro§e Rolle. Wenn hier die Ma§nahmen zum Schutz der Schweine vor einer Ansteckung durch die Wildschweine nicht durchgefŸhrt werden, dann kann die Krankheit auf die Schweine Ÿbertragen werden.

Zusammenfassend lŠsst sich feststellen: Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwer zu bekŠmpfende Krankheit! Viele Faktoren spielen eine Rolle, nicht zuletzt der Mensch und sein Wurstbrot.

Weitere aktuelle Informationen zur ASP gibt es auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Institutes:https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/

(Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz)

   
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